Make or Buy Prozess zur Nutzung von „On-Demand Workforce”

„Rethinking the On-Demand Workforce“ ist der Titel eines sehr lesenswerten Beitrags, der in der Ausgabe 11/2020 der Harvard Business Review erschienen ist (https://hbr.org/2020/11/rethinking-the-on-demand-workforce ) und mich zum Nachdenken gebracht hat.

Kurz zusammengefasst wird dort berichtet, dass es einen stark wachsenden Umfang der sogenannten On- Demand Workforce gibt, wobei dieser Begriff sehr weit gefasst ist. Vom Interim CEO oder CFO über den strategischen Projektmanager, Spezialisten zu bestimmten Themen oder Technologien, mittleren Führungskräften, Softwareentwicklern bis hin zu Freiberuflern, die Kleinstaufträge übernehmen. Berichtet wird von einer steigenden Anzahl von Online-Plattformen, die die Vermittlung übernehmen. Dargestellt wird u.a., dass die wenigsten Unternehmen über geeignete abgestimmte Prozesse zur Nutzung der Plattformen verfügen und dass die Unternehmen und ihre Mitarbeiter kulturell und prozessual nach wie vor nicht gut vorbereitet sind auf die stark steigende partielle Übertragung von Aufgaben auch in verantwortlichen Aufgabenstellungen.

In diesem Zusammenhang passt sehr gut ein Beitrag, den ich gerade in meinem Dossier zum Interim Management veröffentlicht habe, in dem ich u.a. beschreibe welche Wege ich sehe, über die ein Unternehmen Interim Manager findet und auswählt. Ich komme dort zu dem Schluss, dass in vielen Fällen das Einschalten eines Providers, der alle Kanäle inklusive der Online Plattformen einbezieht, der beste Weg ist, die richtigen Kandidaten zu finden.

Nach dem ich nun beide Ansätze ins Kalkül ziehe, kommt mir ein Ansatz in den Sinn, der vor allem für mittelständische Unternehmen Sinn machen kann.

Sourcing-Anbieter im HR Umfeld, die sich so positionieren, dass es ihnen in erster Linie darum geht, den Nutzen für den Auftraggeber zu erhöhen, werden nur partiell auf eigene Pools setzen und versuchen mit Gewalt Freiberufler aus dem eigenen Umfeld zu positionieren und beim Kunden unter Vertrag zu bringen.

Vielmehr werden sie folgendes anbieten:

  • Begleitung bzw. Beratung bei der
    • Entwicklung eine individuellen Sourcing Strategie für On-Demand Workforce
      • Definition von potentiellen Einsatzfeldern im Unternehmen
      • Bewertung der Chancen und Risiken
      • Festlegung von Rahmenbedingungen
    • Implementierung der Sourcing Strategie
      • Definition der Prozesse der Beschaffung, Auswahl und Kontrahierung
      • Festlegung von Standardvertragsmodellen
      • Interne Vermarktung für den neuen Sourcing Kanal
      • Changemanagement Aktivitäten, die intern die Akzeptanz temporärer externer KollegInnen erhöhen
      • Definition von Partnern und/oder Plattformen für die Beschaffung
    • Neutrales Sourcing unter Nutzung des gesamten Angebotsmarktes als Dienstleistung

Ein solches Angebot unterscheidet sich vom heutigen Standardvorgehen als Provider, kommt aus meiner Sicht aber sehr gut der Positionierung des Trusted Advisors entgegen.

Ich freue mich über Rückmeldungen zu diesem ersten grob geschilderten Ideenansatz.

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