Archiv der Kategorie: Allgemein

Network Leadership

Network Leadership – Wie netzwerkfähig ist das versprochene Leadership-Handwerkszeug?

Rezension zum Buch Network Leadership von Jeffrey Beeson, erschienen 2026 in 1. Auflage bei Haufe (Bibliografie inkl. ISBNs in der Deutschen Nationalbibliografie der Deutsche Nationalbibliothek).

Worum geht es – und worum geht es vielleicht weniger?

Das Buch eröffnet mit einem großen Rahmen: Führung stehe vor einem Paradigmenwechsel und benötige einen neuen Bezugsrahmen, der Organisationen als komplexe, netzwerkbasierte Systeme betrachtet (u. a. mit explizitem Bezug auf Thomas S. Kuhn und dessen Paradigmenbegriff).

Daraus folgt bereits die erste zentrale Einordnung: Network Leadership ist in weiten Teilen kein klassisches „Leadership-Toolbook“, das sofort in Rollenmodelle, Gesprächsleitfäden oder Checklisten kippt. Es ist stärker ein Brückenbau zwischen Netzwerkforschung, Komplexitätsdenken und Führungslogik: Netzwerke werden als Grundmuster erklärt (Knoten, Verbindungen, Flüsse), und daraus werden Implikationen für Führung, Kultur und Organisationsstruktur abgeleitet.

Ein wichtiger Pluspunkt dabei: Beeson macht gleich zu Beginn deutlich, welche Merkmale komplexe Systeme auszeichnen (Feedbackschleifen, nichtlineare Kausalität, Anpassung, Emergenz, Unvorhersehbarkeit) – und setzt damit eher an einem Denkmuster als an einer Methode an.

Aufbau und Dramaturgie folgen diesem Anspruch:

  • Teil 2 liefert Netzwerk-Grundlagen (z. B. „Small World“, schwache Bindungen, Zentralität, Selbstorganisation, Resilienz/Redundanz).
  • Teil 3 übersetzt das in Führungslogik („Informations- und Energieflüsse“, Verbinden von Menschen, Fokus auf das Ganze, Metaphern, dezentralisierte Führung).
  • Teil 4 wechselt klar auf Organisationsdesign und Ökosysteme und kündigt ausdrücklich „Beispiele für moderne Organisationsmodelle“ an – geordnet danach, wie stark sie durch Netzwerkprinzipien geprägt sind.
  • Teil 5 spannt den Bogen zu Sinn, Regeneration, Symbiose und gesellschaftlich/ökologischer Einbettung.

Hält das Buch das Leadership‑Versprechen? Welche echten Tools liefert es?

Die Kernfrage lässt sich nicht mit „ja/nein“ abtun – eher mit: Es liefert Werkzeuge, aber anders als viele es erwarten würden.

Was tatsächlich als „Handwerkszeug“ greifbar wird

Erstens: Es gibt explizite Praktiken als Orientierungsrahmen. Beeson formuliert „sieben Praktiken hochwirksamer Network Leader“ – in einer Sprache, die sehr nach Werkstatt klingt: System sehen, mit Neugier führen, Vertrauen fördern, Connectors aktivieren, Beteiligung gestalten, über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, in „Schwingungen“/Ripples denken.
Das sind keine „Tools“ im Sinne eines Templates, aber es sind klar benannte Handlungsheuristiken, die sich als Coaching‑ oder Führungs-Check sehr gut verwenden lassen.

Zweitens: Es gibt an mehreren Stellen verdichtete Zusammenfassungen, die klar in Richtung „So machst du das“ gehen. Besonders deutlich ist die „Zusammenfassung für Führungskräfte“ zu Informations- und Energieflüssen: Qualität der Knoten (Kompetenzen), kleine Teams bewusst setzen, Wohlbefinden als Hebel, Neugier und Staunen ermöglichen, Proaktivität kanalisieren, Pull über Purpose aktivieren.

Drittens: Es werden konkrete Interventionslogiken für Netzwerke angesprochen, nicht nur abstrakte Prinzipien. Beispiele sind: die Rolle von Gatekeepern für Informationsflüsse, das bewusste Aktivieren schwacher Bindungen, die Bedeutung von Zentralität, oder das Sichtbarmachen informeller Strukturen durch organisationale Netzwerkanalyse (ONA) – inklusive typischer Rollen (z. B. „Connector“, Peripherie etc.) und Risiken wie Kollaborationsüberlastung.

Wo es (trotzdem) „zu kurz“ wirken kann

Wenn man „Leadership‑Erkenntnisse oder Werkzeuge“ vor allem versteht als: Gesprächstechniken, Entscheidungsroutinen, Meetingformate, Konfliktinterventionen, Feedback‑ oder Delegationsmethoden – dann bleibt Network Leadership häufig auf der Ebene „welche Art von Eingriff wirkt in Netzwerken?“ statt „welchen Satz sage ich morgen im 1:1?“. Diese Schwerpunktsetzung ist im Buch angelegt: Netzwerke werden primär als Fluss‑ und Strukturphänomen gedacht (Information/Energie, Konnektivität, Pfadlängen, Zentralität), weniger als Interaktionsmikropraktik im Führungsalltag.

Das Buch liefert echte Tipps – aber als Systemlogik, nicht als Tool‑Box. Wer genau diese Logik sucht, wird gut bedient; wer eine „Werkzeugkiste Führung“ erwartet, muss selbst übersetzen.

Etwas habe ich vermisst:
Teamgröße: Dunbar ja – Millersche Zahl nein

Kapitel 3.1.3 („Die Teamgröße klein halten“) argumentiert mit sozialer Beziehungskapazität und Komplexität von Beziehungsgeflechten: Als Referenz wird die 150‑Grenze stabiler sozialer Beziehungen nach Robin Dunbar angeführt; anschließend wird der exponentielle Anstieg von Beziehungen in Gruppen thematisiert und auf Forschung verwiesen, nach der kleine Teams große Teams in der Leistung schlagen und eine optimale Teamgröße irgendwo zwischen 4 und 9 liege (mit Hinweisen, dass 4–5 besonders zufrieden machen können).
Die Dunbar‑Ableitung passt auch zur Primärquelle: Dunbar argumentiert in seiner Primaten‑/Neokortex‑Analyse, dass Informationsverarbeitungskapazität die Anzahl stabiler Beziehungen begrenzt und große Gruppen zur Fragmentierung tendieren.

Die Millersche Zahl passt als ergänzender, aber anderer Mechanismus gut dazu. Die „Millersche Zahl“ geht auf George A. Miller zurück („The Magical Number Seven, Plus or Minus Two“) und beschreibt Grenzen der Informationsverarbeitung bzw. des Kurzzeit-/Arbeitsgedächtnisses in „Chunks“.
Gerade bei Teamsteuerung kann das als zweite Begründungslinie dienen: Nicht nur „wie viele Beziehungen kann ich sozial pflegen?“ (Dunbar), sondern auch „wie viele gleichzeitige Einheiten/Signale/Abhängigkeiten kann ich kognitiv sauber halten?“ (Miller).

Noch hilfreicher wäre dabei eine Aktualisierung, die viele kennen: In der Folgearbeit argumentiert Nelson Cowan, dass die robuste Kapazitätsgrenze oft eher bei ca. vier Chunks liegt (mit methodischen Randbedingungen).
Für Führungspraxis hieße das: Selbst wenn Dunbar „150“ als Netzwerkobergrenze plausibilisiert, sind Team‑Interaktionsdichten und gleichzeitige Abstimmungsobjekte oft schon bei deutlich kleineren Zahlen überfordert – was Beesons Empfehlung „klein halten“ nicht widerlegt, sondern psychologisch zusätzlich untermauert.

Beeson nutzt in 3.1.3 sehr konsequent die Dunbar‑ und Teamleistungslogik, erwähnt aber diesen kognitionspsychologischen Klassiker nicht – obwohl er als „Merksatz“ (7±2 bzw. 4±1) viele Leserinnen und Leser genau an dieser Stelle abholt und als Brücke zwischen „Netzwerk“ und „Führung im Alltag“ funktionieren könnte.

Was das Buch in Bezug auf moderne Organisationsformen auf Netzwerkbasis liefert

Als Prototyp selbstorganisierter Organisationen wird der niederländische Pflegedienst Buurtzorg eingeführt – explizit als Gegenbild zur „maschinenbürokratischen“ Pflegeorganisation.
Dass Buurtzorg in der Fachliteratur als seltenes skalierendes Beispiel radikal dezentraler Selbstorganisation gilt (tausende Mitarbeitende, hunderte selbststeuernde Teams, wenig zentrale Strukturunterstützung durch IT und Coaching), wird auch unabhängig bestätigt.

Ebenfalls konkret wird die Haier‑Konstellation beschrieben: Haier arbeitet – in Beesons Darstellung – mit Mikrounternehmen, die eigenständig P&L verantworten, Personal und Ressourcen entscheiden und unternehmerisch am Markt agieren.

Was dennoch als Lücke erlebbar bleibt

Trotz dieser Beispiele fehlt eine explizite Landkarte moderner Netzwerk‑Organisationsformen, also ein Kapitel, das systematisch unterscheidet:

  • Governance‑Frameworks (z. B. Rollen‑ und Entscheidungsarchitekturen),
  • Skalierungslogiken (z. B. Zell-/Mikroeinheiten),
  • Koordinationsmechanismen (z. B. Purpose, OKRs, Märkte, Kreise, Plattformen),
  • Entscheidungsregeln (z. B. Konsent vs. Konsens vs. Marktmechanik).

Gerade hier wären zwei sehr naheliegende Ergänzungen gewesen:

Holacracy als formalisierte „Verfassung“ für verteilte Autorität (rollenzentriert, explicit rules of the game, Governance‑ und Meetingprozesse). Holacracy beschreibt sich selbst genau so: als konstitutionskodifiziertes Regelwerk, um Autorität zu verteilen und Anpassungsfähigkeit zu erhöhen.

Sociocracy 3.0 als Musterbibliothek („Patterns“) für evolutionäre, schrittweise Entwicklung agiler/resilienter Organisationen – ausdrücklich auch für Netzwerke und Multi‑Stakeholder‑Kollaboration.

Beeson liefert Beispiele (Buurtzorg, Haier etc.), aber nicht die „Werkbank‑Sortierung“ solcher Ansätze – also keine explizite Vergleichs- oder Einordnungshilfe, mit der Leser schnell entscheiden können: Welche Netzwerk‑Organisationsform passt zu meinem Kontext – und warum?

Systemischer Gedanke: Viele Berührungspunkte, aber kaum explizite Anschlussfähigkeit

Beeson arbeitet stark mit Komplexitäts- und Systemmerkmalen (Feedback, Nichtlinearität, Emergenz, Selbstorganisation) – inhaltlich ist das für viele Leser bereits „systemisches Denken“, auch wenn es nicht so etikettiert wird.
Er verwendet zudem den Systembegriff nicht nur metaphorisch, sondern als Grundannahme dafür, warum lineare Planung und direkte Steuerbarkeit in sozialen Systemen begrenzt sind.

Wo der „systemische Kontext“ im Sinne der systemischen Praxis fehlt

Das Buch referenziert zwar Systeme, aber es übersetzt das kaum in systemische Methodik (Haltung, Beobachterbezug, zirkuläres Fragen, Reframing, Hypothesenarbeit, Mehrperspektivität als Intervention).

Die DGSF beschreibt systemisches Arbeiten explizit als Ansatz, der auf systemtheoretischen Konzepten aufbaut und eine Methodik für komplexe Phänomene entwickelt; „zentrales Arbeitsmittel“ sei der öffnende Dialog und eine Haltung von Respekt, Unvoreingenommenheit und Interesse.
Genau diese Praxisbrücke (von Netzwerkwissenschaft → systemischer Dialog/Intervention) baut Beeson nicht systematisch.

Und: Im systemischen Theorieunterbau spielt die Idee, dass Beobachter Teil des Systems sind, eine zentrale Rolle (Kybernetik zweiter Ordnung; rekursives Beobachten). Das wird im systemischen Kontext häufig mit Heinz von Foerster verbunden.
Auch organisationstheoretisch wäre eine stärkere Anbindung an Niklas Luhmann naheliegend gewesen: Luhmanns „autopoietischer“ Blick auf Organisationen als Kommunikationssysteme (und die Idee, dass Systeme füreinander Umwelt sind) ist für Organisationsberatung extrem prägend.

Kurz: Das Buch „denkt“ systemisch-komplex, aber es „arbeitet“ nicht systemisch im methodischen Sinne.

Fazit: Lohnt sich das Buch – und für wen?

Network Leadership ist besonders stark, wenn man ein Buch sucht, das Führung nicht als Eigenschaft einer Person, sondern als Gestaltung von Beziehungen, Flüssen und Netzwerkbedingungen versteht – und das dabei wissenschaftlich argumentiert und mit Beispielen aus Organisationspraxis arbeitet.

Wer jedoch ein klassisches Leadership‑Arbeitsbuch erwartet, wird phasenweise das Gefühl haben, dass der Titel mehr „Werkzeugkasten“ verspricht, als der Text unmittelbar liefert. Das Buch bietet zwar klare Praktiken und Zusammenfassungen – aber es liefert eher Orientierung und Hebel als Rezepte und Formate.

  • Leadership‑Tools: vorhanden (7 Praktiken, verdichtete Führungszusammenfassungen, Interventionslogik), aber nicht als „Toolbox mit Templates“.
  • Teamgröße: stark über Dunbar/Beziehungslogik begründet; die Millersche Zahl wäre als kognitiver Zusatzanker sehr plausibel gewesen, fehlt aber.
  • Moderne Netzwerkorganisation: Beispiele sind vorhanden (u. a. Buurtzorg, Haier), doch eine systematische Landkarte selbstorganisierter Netzwerk‑Modelle (Holacracy, Sociocracy‑Patterns etc.) bleibt aus.
  • Systemischer Gedanke: systemisches Denken ist implizit stark, systemische Praxis (Haltung/Methodik) bleibt weitgehend unverbunden.
Facebooktwitterlinkedinrss

Impulse, die Wirkung haben

Gestern schrieb mir ein ehemaliger Teilnehmer einer Führungskräfte Ausbildung eine LinkedIn Message. Diese darf ich hier veröffentlichen und tue das sehr gerne:

Lieber Klaus-Olaf
wir haben uns vor einiger Zeit bei unserer Al-Ausbildung kennengelernt.
Am letzen Tag während des „heißen Stuhls“ hast du uns jeweils ein individuelles Feedback gegeben. Der letzte Satz, den du mir sagtest war: „Du solltest dir mal Gedanken machen, ob dich nicht eines Tages dein Pfad in den Vertrieb führen könnte“.
Ich war schockiert und ein wenig empört.
Heute muss ich sagen, du hattest Recht. Mit Freude erzähle ich gerne von diesem Moment.
Nach wie vor bin ich beeindruckt von deinem Einschätzungsvermögen.
Insgesamt ist mir die Zeit als besonders spannend im Gedächtnis geblieben. Ich hoffe, du hast nach wie vor viele Gelegenheiten solche Impulse zu setzen.

Facebooktwitterlinkedinrss

Time to Think – Macht des Zuhörens

Unter der Überschrift

Die Macht des Zuhörens: Wie „Time to Think“ Meetings und Gespräche transformiert!

stand das heutige LinkedIn Seminar von und mit meinem Berufskollegen und Kooperationspartner Greg Arena.

Greg hat das Konzept, das Nancy Kline entwickelt und in Ihrem Buch Time to Think veröffentlicht hat  und über das ich auszugweise schon im Juni 21 berichtet habe, ausführlich vorgestellt.

Vier der beschriebenen 10 Regeln haben wir kennengelernt

1. Aufmerksamkeit

2. Gleichwürdigkeit

3. Ort

4. Wertschätzung

und diese gleich im Seminar mit einem Partner in einem Zoom Breakout Room kennenlernen und üben können.

Für mich ein sehr wichtiges Erlebnis. Ich habe dank meiner wertschätzenden Zuhörerin Monika, die mir freies Denken ermöglicht hat, über meine Blockade mit meinem geplanten Buchprojekt nachdenken dürfen. Meine Gesprächspartnerin durfte ich zuhörend begleiten und ihr Nachdenken über die eigene Webseite und die ausstehenden Blogbeiträge als wertschätzender Zuhörer  begleiten.

Und siehe da, dass ich heute Abend gleich drei Blogbeiträge verfasst habe, verdanke ich vor allem dem Zuhören.

Der Denkprozess über mein Buchprojekt wurde heute Abend auch noch belohnt (es gibt keine Zufälle), als ich die Zeitschrift Konfliktdynamik, die heute in der Post lag, aufschlug und einen Call for Papers für einen Beitrag in einer 2025er Ausgabe fand, der genau die Idee meines Buchprojektes tangiert. Jetzt endlich gibt es auch einen Zieltermin für mein Buchprojekt. Das Buch muss fertig sein, bevor der hoffentlich dann angenommene Beitrag in der Konfliktdynamik erscheint.

Danke an Greg und Monika für Eure Impulse mit Wirkung.

Facebooktwitterlinkedinrss

Leistung muss sich schonen

„Einfach nur Dienst nach Vorschrift machen und nichts weiter anstreben: Früher hatte das einen schlechten Ruf. Inzwischen ist es als Phänomen zurück, dass allgemein begrüßt wird und unter Quiet Quitting den Zeitgeist prägt, als innerer Rückzug bei formal intaktem Arbeitsverhältnis. Leistung muss sich schonen“*

Als ich den letzten Satz des zitierten Abschnitts aus einem Handelsblatt Essay der letzten Wochenendausgabe las, musste ich mir die Augen reiben. Einfach außerordentlich prägnant ausgedrückt, was Bernd Kramer, da in einem kleinen Satz versteckt. Das hätte der Titel des Beitrags sein müssen. Besser kann man nicht ausdrücken, was im Moment viele Unternehmen und damit auch unsere Volkswirtschaft erleben.

Heute vormittag in einem Führungskräftetraining , in dem ich angehende Leiter und Leiterinnen von Einheiten mit 60-100 Mitarbeitern ausbilde, haben wir das auch gerade wieder diskutiert.

Im Modul Kultur haben wir uns mit Unternehmenskultur und den derzeitigen Veränderungen auseinandergesetzt und damit, wie sich Kultur in der Unternehmen durch die neue Arbeitseinstellung der nachfolgenden Generationen neuer Mitarbeiter gerade massiv verändert.

Da hilft auch Sinnstiftung oder neudeutsch Purpose Driven Organisation nicht, die grundsätzliche Einstellung zu verändern. Immer wieder höre ich von Kollegen und Netzwerkpartner, wie typisch das für unsere deutsche Arbeitskultur ist und wie wir im Vergleich zu den aufstrebenden Volkswirtschaften im asiatischen Raum dadurch ins Hintertreffen geraten.

Ich freue mich auf Kommentare zu diesem Beitrag, wie wir das verändern können.

* Bernd Kramer: Aufstieg – Wenn Erfolg sich nicht lohnt – Handelsblatt 5./6./7. April 2024, Nr. 67, S. 52

Bildquelle: DRSPGROUP

 

 

 

Facebooktwitterlinkedinrss

Mein Buchprojekt

Arbeitstitel Projekt Tetra

Projektzeitraum: 2024

Impulsgeber: Amin, Klaus, Angela, Stefan, meine Teilnehmer in der AL Qualifikation

Idee

  1. ein praxisnahes Kompendium über mein Thema als Buch, in dem moderne verhaltensbasierte Ansätze vorgestellt werden und mit der klassischen Theorie aus der BWL abgeglichen werden (immerhin habe ich meinen Studienschwerpunkt im Operations Research gehabt und mich damals schon mit entsprechenden Problematiken befasst)
  2. einen Bezug zu meinen heutigen Tätigkeitsfeldern Prozessbegleitung, Strategieentwicklung und- umsetzung sowie Mediation und Coaching herstellen
  3. Durch letzteres transformativ neue Tätigkeitsfelder für mich erschließen, in denen ich zukünftig auch im weisen Alter noch einen wertschöpfenden Beitrag für meine Kunden bringen kann
  4. ein Dossier erstellen, dass ich Interessenten an dem Thema und meiner Leistung zusenden kann
  5. mindestens einen Fachbeitrag in einer angesehenen zitierfähigen Fachzeitschrift veröffentlichen
  6. viel Spaß am intensiven Lesen und Durcharbeiten der einschlägigen Fachliteratur zu haben
  7. viel Spaß und Erfüllung im Schreiben zu finden
Facebooktwitterlinkedinrss

Jetzt schon an Silvester denken

Der Silvesterabend ist oft der Zeitpunkt, an dem Menschen sich neue Ziele setzen und Vorsätze für das kommende Jahr fassen.

Spontane Ideen sind aber bereits am Neujahrstag nach dem Aufwachen in der Regel schon vergessen, selbst fest geplante Vorsätze verflachen dann nach wenigen Tagen oder Wochen. Wir fallen in unsere bekannten und gewohnten Verhaltensweisen und Muster zurück.

Wenn Sie zum neuen Jahr nachhaltig Gewohnheiten verändern wollen, sollten Sie jetzt schon mit der Planung beginnen.

Entweder unter Zuhilfenahme eines guten Buches oder zusammen mit einem guten Freund oder Coach. Letzteres ist einer der guten Hinweise, die ich dem Buch die 1%Methode von James Clear  (Originaltitel „Atomic Habits) entnommen habe. In diesem Buch beschäftigt er sich intensiv mit der Idee, dass kleine, schrittweise Veränderungen von Gewohnheiten im Laufe der Zeit zu signifikantem persönlichen und beruflichen Wachstum führen können.

Gerade die Strategien, die er in seinem Buch anbietet, helfen uns, die großen Vorhaben wirklich umzusetzen. Zentrales Element seines Buches ist die Gewohnheitsschleife.

Die Gewohnheitsschleife erinnert daran, dass es wichtig ist, diese Ziele mit kleinen, nachhaltigen Veränderungen zu verfolgen, um langfristige Erfolge zu erzielen.

Auslösereiz für mich, mich mit dem Buch zu beschäftigen, war das Verlangen einem Coachee von mir Unterstützung in seiner täglichen Arbeitswelt zu geben. Wir hatten in einer Sitzung verschiedene belastende Gewohnheiten und Verhaltensweise identifiziert und überlegt, welche Wege es gibt, sich von diesen zu lösen.

Als neugieriger und stetig lernender Mensch war meine Reaktion, zur Vorbereitung des nächsten Gesprächs einmal die Ratgeberliteratur zu scannen, wo es gute und realitätsnahe Hilfestellung gibt.

Die Belohnung kam, als ich im nächsten Termin mit meinem Coachee einige der Strategien ausprobierte und bemerkte, wie diese seine Kreativität zu neuen Lösungen anregte.

Ja und diese Belohnung war eine neuer Auslöseanreiz für mich, mehr Menschen von dem Buch zu erzählen.

Die Strategien im Buch von James Clear haben zwar auch den Fokus, belastende Gewohnheiten abzulegen, das eigentliche Augenmerk liegt aber darauf neue und gewünschte Verhaltensweisen zu Gewohnheiten zu machen und Ziele zu erreichen, an deren Erreichung wir schon oft gescheitert sind. Und hier ist das Buch sehr lebensnah und hat mich auf die Verbindung zu Silvester gebracht.

Wer hat sich nicht in der Vergangenheit vorgenommen, im nächsten Jahr das Rauchen aufzugeben, weniger Alkohol zu trinken, mehr Sport zu machen, mehr Zeit der Familie zu widmen, das Gewicht zu reduzieren. Alles große Ziele, die schnell ausgesprochen sind. Sie zu erreichen, über einen Prozess der auf dem Weg zu Zielerreichung von motivierenden Belohnungen gespickt ist und damit Auslöseanreize bietet, weiterzumachen, ist die Essenz des Buches.

Hier einige zusammenfassende Folien zur 1 % Methode, die den Einstieg erleichtern.

Oder: Buch bestellen

Facebooktwitterlinkedinrss

Small is beautiful – Gefahren der Monopole – Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft – Rohstoffmonopole

Small is Beautiful – Slow is Beautiful

Mit diesen Schlagworten endet das Buch

„Das Monopol im 21. Jahrhundert -Wie private Unternehmen und staatliche Konzerne unseren Wohlstand zerstören“

von Hans-Jürgen Jakobs über die Gefahren der immer stärker wachsenden monopolistischen Strukturen in der Weltwirtschaft.

Jakobs „will dazu anregen und beitragen, den Sirenen der Monopole im 21. Jahrhundert eine andere, wesentlich erfolgversprechendere Geschichte entgegenzusetzen: die eines fairen Wettbewerbs möglichst vieler Marktteilnehmer zum wohle der gesamten Bürgergesellschaft“ (Jakobs, 2022, S. 414)

Ich habe dieses Buch in den letzten 2 Monaten mit Begeisterung gelesen. Guter journalistischer Stil, hervorragend recherchiert, in den Argumentationen schlüssig und hochaktuell.

Er zeigt unter anderem die Machtlosigkeit staatlicher AntiTrust Organisationen auf, obwohl diese hehre Ziele haben. So zitiert er häufig Lina Khan, die seitens der Regierung Biden als Chefin der Federal Trade Commission „die Macht der Digitalkonzerne begrenzen will“. Lina Khan ist fachlich genau die richtige, bemerkenswert ihre akademische Laufbahn und ein richtungsweisender Beitrag im Yale Law Journal: Amazon´s Antitrust Paradox.

Aber Fachlichkeit allein ist, so immer wieder Jakobs Aussage hilft nicht. Den Kartellbehörden mangelt es vor allem an Manpower und Attraktivität die besten Analysten an sich zu binden. Diese werden schnell von den großen Monopolanbietern eingekauft, die zudem noch die fachlich versiertesten Anwaltskanzleien weltweit an sich binden, so dass den Regierungen oft nur die zweite Wahl bleibt.

Monopole oder starke Oligopole können einfach durch schiere Größe und globale Abdeckung nur noch eingeholt werden, wenn sie zerschlagen werden, ein aber scheinbar fast unmögliches Unterfangen, wenn man die Botschaft des Buches ernst nimmt.

Immerhin auch Jakobs sieht in gewissem Umfang im Sinne einer Plattformökonomie die Notwendigkeit, dass sich in Nischen nur Monopole wirtschaftlich halten können, hier nennt er neben Spezialisten in digitalen Nischenlösungen vor allem auch die Hidden Champions der deutschen Industrie, häufig in der gesellschaftlichen Form eines Familienunternehmens, wobei hier im Zuge der Nachfolge auch Gefahren des Verkaufs an die großen Player stehen.

Zusammenfassend möchte ich die 12 Thesen die Jakobs als seine „Forderung aus der jahrelangen Beschäftigung mit dem Monopolismus gebündelt“* hat, hier wiedergeben.

„1. Monopole sind bequem, deshalb entstehen sie“*

„2. Liefermonopole waren der Höhepunkt des Shareholdervalue-Kapitalismus“*

„3. Wir ärgern uns über Monopole aus Russland, müssten aber auf Monopole aus China achten.“*
Aktueller den je diese Ausführungen, ein besonderer Augenmerk ist aus meiner Sicht auf Rohstoff/Ressourcenmonopole zu richten, in denen China und Russland eine schon sehr lang anhaltende Strategie der Partnerschaft mit Staaten vor allem in Afrika verfolgen.

„4. Der neue Kalte Krieg ist ein Krieg der Monopole“*
Und wir stehen erst am Anfang, kann ich da nur ergänzen

„5. Das Schreckgespenst Inflation kehrt mit der Monopolisierung zurück“*
In diesem Zusammenhang ist die Weihnachtsvorlesung von Hans-Werner Sinn aus dem Jahre 2022 erwähnenswert, der ähnliches beschreibt.

„6. Digitale Monopole steuern uns – privat oder staatlich!“*
Hier gilt es das Thema der digitalen Überwachung, entweder durch monopolistisch agierende Plattformanbieter oder durch staatlich getriebene Interessen (China!) zu beachten. Die vor einigen Tagen publik gewordene Aufforderung der Regierung, Komponenten von Huawei u.a. anderern chinesischen Staatsunternehmen aus den Telekommunikationsnetzen und anderen Überwachungstechniken zu entfernen, zeigt, dass zumindest diese Gefahr jetzt ernst genommen wird.

„7. Für die Monopolisierung der Monopolisierung sorgt der Finanzmarkt“*

„8. Monopole haben ihren Preis, auch wenn sie keinen Preis verlangen“*

„9. Monopole erfinden nicht, sie kaufen Erfindungen“*

„10. Größer als die Politik ist nur das Monopol“*
Allein die Beispiele der Höhe der Steuerzahlungen der Tech Giganten in Europa, die Jakobs vorstellt spricht Bände. Man bekommt ein Gefühl dafür wo die Macht liegt.

„11. Das Volk wählt, hat aber keine Wahl“*

„12. Das Monopol lebt durch seine Milliardäre“*

Noch einmal abschließend: Ein lesenswertes, kurzweiliges aber auch zum Nachdenken anregendes Buch.

 

*Jakobs, H.-J. 2022 S. 348-380

Facebooktwitterlinkedinrss

Warum Menschen von übermäßigem Selbstbewußtsein strotzen, wenn Ihnen die Kompetenz fehlt

In einem Meeting heute habe ich wieder einmal den Unterschied zwischen einer starken und schwachen Führungspersönlichkeit erlebt und dachte sofort an ein das Buch Think Again von Adam Grant, dass ich gerade lese. Dort schreibt er:

„Starke Führungspersönlichkeiten setzen sich mit ihren Kritikern auseinander und werden noch stärker. Schwache Führungspersönlichkeiten bringen ihre Kritiker zum Schweigen und werden noch schwächer.“*

Das führt dann auch zurück zu meinen Gedanken in einem früheren Beitrag in diesem Blog, in dem ich Konflikte als förderlich bezeichnet habe, wobei der Umgang mit Konflikten gelernt sein will.

Adam Grant schreibt dazu, dass es in leistungsstarken Gruppen im Gegensatz zu leistungsschwachen Gruppen, während der Zusammenarbeit nur wenige Beziehungskonflikte, dafür aber eher Aufgabenkonflikte gab, die zu einer größeren Kreativität und klügeren Entscheidungen geführt haben.**

Zu Aussage mit den starken vs. schwachen Führungspersönlichkeiten noch ein Hinweis auf den von Grant vorgestellten Dunning-Kruger-Effekt, nachdem Menschen am ehesten von übermäßigem Selbstbewußtsein strotzen, wenn Ihnen die Kompetenz fehlt.*** Auch das habe ich heute wieder erlebt.

*Grant, A. 2022, S. 107
** vgl. Grant, A. 2022 S. 98 ff.
*** vgl. Grant, A. 2022 S. 51

Facebooktwitterlinkedinrss

Dunkle Triade – Vereint im Geschäftsleitungskreis ein explosives Gemisch

Was tun, wenn der Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens und seine engste Vertraute im Führungskreis die drei Eigenschaften der dunklen Triade vereinen.

Vielen Dank an einen Kollegen, über dessen Video-Hinweis bei Youtube ich bei den You Tube Tipps auf obenstehendes Video hingewiesen wurde. Sehr aufschlusreich.

Alle Jahre wieder muss ich mich in meinen Coachings mit Narzissmus auseinandersetzen, so wie z.B. in meinem Beitrag aus dem März 2021 beschrieben.

Und ich lerne immer dazu.

 

 

Facebooktwitterlinkedinrss

Business Partner for External Workforce

Gestern bekam ich die Mitteilung von Atreus, einem im Markt anerkannten Mitbewunderer der Management Angels (der Interim-Provider, für den ich aktiv bin), dass diese von einem internationalen Player im Bereich der Personalberatung übernommen wurden.

Dort ist unter anderem die Rede vom „Bereich für „On-Demand“ Führungskräfte und Interimslösungen“. Als ich das las, erinnerte ich mich an einen Blogbeitrag von mir aus dem Sommer 2021 mit der Überschrift: Make or Buy Prozess zur Nutzung von „On-Demand Workforce“

Ich nehme mir die Zeit mit meinen Kunden.

Ich bin der festen Überzeugung, dass im Markt die Bereiche Interim & Executive Search eng zusammengehören und auch eine gemeinsame Zukunft haben. Deshalb positioniere ich mich selbst seit vielen Jahren mit dem Begriffspaar Interim&Executive Search als Trusted Advisor für alle Fragen rund um das Thema Personalberatung und Personalentwicklung.

Mein persönlicher Stil: Zuhören, Verstehen, gemeinsam mit dem Kunden Ideen entwickeln, Idee verfolgen und umsetzen.

Am Ende geht es mir darum, für meine Kunden die „richtigen“ Personen für interimistische oder permanente Positionen zu finden. Es ist mir wichtiger, Mandate „richtig“ und nicht „schnell“ zu besetzen, wobei das eine das andere nicht ausschließt. Und natürlich nutze ich zuallererst die naheliegenden Ressourcen meiner Partnerunternehmen, mit denen ich eng zusammenarbeite. Aber: Wenn dort die richtige Ressource nicht gefunden wird, gehe ich weiter- ich nutze den gesamten Markt von verfügbaren bzw. ansprechbaren Fach- und Führungskräften um die „richtige“ Besetzung zu finden. Für die gesamte nachfolgende Abwicklung kann ich mich auf meine bewährten Partner verlassen und stehe zu 100% für sie ein.

Ich verbinde das mit einem persönlichen Coaching Angebot für Kandidaten nach Übernahme des Mandats oder Einstieg in die Festanstellung und biete so zusätzlichen Nutzen für Auftraggeber und Kandidaten.

Dafür stehe ich und möchte den Begriff

Business Partner for External Workforce

dafür prägen und mit meiner Person verbinden.

Facebooktwitterlinkedinrss