Die Garantie für Batteriekapazität verspricht mehr als sie hält

Vor kurzem habe ich ja schon berichtet, dass die Batterie meines Tesla Model S inzwischen merkliche Kapazitätsverluste hat. Ich habe das anschließend im Servicecenter prüfen lassen, ebenso die Driving Unit.

IMG_1893Jetzt sitze ich gerade im Europark Rasthof Hohenwarsleben und muss mein Tesla Model S am Supercharger laden. Schade, denn früher wäre die Strecke von Lübeck nach Magdeburg ohne zwischenzeitliches Laden möglich gewesen, jetzt muss ich 20 km vor dem Ziel dann doch noch eine Pause einlegen.

Die Driving Unit übrigens wurde bei dem Werkstattbesuch Ende April  wegen der Fahrgeräusche anstandslos ersetzt aber bei der Batteriekakapazität stellt sich Tesla stur und sagt, es handelt sich um normalen Verschleiß. Die von mir gemessen Reduzierung der Kapazität von ca. 10-12 % wurde mir aber bestätigt.

Bereits beim Abholen des Fahrzeugs wurde mir gesagt, das liege daran, dass ich zu häufig auf 100% auflade, wobei das aus meiner eigenen Sicht mit maximal 10% aller Ladevorgänge eher als normal anzusehen sein sollte. Mir wurde aber zugesagt, dass die Daten, die während des Werkstattbesuchs aus dem Fahrzeug geladen wurden, zu den Ingenieuren in die USA geschickt werden würden.

Der Servicemitarbeiter schrieb mir dann einige Tage nach dem Werkstattbesuch:

„Wir haben als finale Antwort von den Ingenieuren aus der Zentrale die Stellungnahme erhalten, dass mit Ihrer Batterie alles in Ordnung ist.

Wie mit Ihnen besprochen gibt es fahrleistungsbedingt einen Reichweitenverlust und die angezeigte Reichweite kann durch Ladezyklen zwischen 20%-80% verbessert werden.“

Auf dem Display im  Fahrzeug und in der Gebrauchsanleitung wird als übliche Obergrenze 90% statt 80 % vorgeschlagen. Nun ja, ich mache jetzt den Test und versuche so selten wie möglich mehr als 80% zu laden und dem Vorschlag zu folgen. Ich bin gespannt ob die Reichweite dadurch wieder verbessert werden kann, so wie mir geschrieben wurde. Ich denke aber eher, dass die Aussage so nicht gemeint war.

Heute übrigens war die Kapapzität ca. 68 kWh, vor ca. 3 Wochen habe ich nach Volladung mein Ziel zu Hause mit den üblichen 0-5 km Restreichweite erreicht und das Fahrzeug zeigte einen Gesamtverbrauch (also verfügbare Gesamtkapazität) von 67,9 kWh an.

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2 Gedanken zu „Die Garantie für Batteriekapazität verspricht mehr als sie hält“

  1. 10-12 % Kapazitätsverlust nach über 126.000 km fände ich für mich eine akzeptable Entwicklung. Ich habe mit meinem MS bisher gut 50.000 km abgespult, mit einem hohen Langstrecken-, also Superchargeranteil, und ich habe ziemlich genau einen Reichweitenverlust von 5 %. Bei Renault greift die Garantie über deren Batterie-Leasingvertrag erst bei einem Verlust von 25 %.

  2. Zuerst mal: Danke für deine interessanten Berichte. Als Tesla Fan, der noch eine Weile dafür sparen muss :-), ist das sehr interessant für mich.
    Ich bin auch ELMOS Meinung. 10-12% sind jetzt keine Welt. Man bedenke, dass die meisten aktuellen Autos eine geplante Lebensdauer von 200.000km haben und auch nach über 100.000km werden die Verbrenner nicht gerade sparsamer.
    Und wenn du die gesparten Wartungskosten gegenüber einem
    vergleichbaren Auto dieser Klasse (S-Klasse, 7er, A8 mit V8 oder V12) bedenkst, könntest du dir wahrscheinlich bei 200.000km locker einen neuen Akku kaufen und weitere 200.000km machen.

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