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Auch Dobrindt ist bereits „pilotiert“ gefahren

Da scheint Herr Dobrindt ja gewußt zu haben, was er schreibt. Zumal wenn das Foto auf der Webseite von Volkswagen nicht gestellt ist. Wenn man genau hinschaut, ist das Auto dort mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h unterwegs und das, ohne dass Herr Dobrindt die Hände am Lenkrad hat.  Mutig, mutig.

dobrindtQuelle: http://www.volkswagenag.com/content/vwcorp/info_center/de/news/2015/04/dobrindt.html

 

Von wegen Herr Dobrindt schreibt

Zuerst ein wenig Unruhe und Angst, was denn jetzt wohl käme, als mich ein Schreiben des KBA (Kraftfahrtbundesamtes) in der letzten Woche erreichte.

Es war aber „nur“ das Schreiben, dass in der Presse groß angekündigt wurde. Herr Dobrindt würde alle Autopilotnutzer auf die Grenzen des Systems hinweisen.

Nun ja, Herr Dobrindt hat mir nicht geschrieben, sondern Herr Zinke, wobei das „von Amts wegen“ wahrscheinlich auch so sein muß. Herr Zinke ist immerhin Präsident des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg, den meisten ist dieses nur als Punktesammler bekannt.zinkeWas Herr Zinke leider nicht weiß und was mich ein wenig verwundert, dass er es nicht weiß. Mein Tesla Model S hat leider gar kein Autopilotsystem. Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Systeme, die akribisch genau alle Daten über Führerscheininhaber und zugelassene KFZ sammeln, auch wissen, welche Modellvarianten im Markt zugelassen sind.

In jedem Fall aber nett zu lesen das Schreiben.

„Bei dem in Ihrem Fahrzeug verbauten so genannten „Autopilot“ handelt es sich um ein reines Fahrerassistenzsystem und nicht um ein hochautomatisiertes Fahrzeug, das ohne ständige Aufmerksamkeit des Fahrers betrieben werden kann. “

img_2578Kann ich absolut nachvollziehen. Wenn das System mit den gleichen Fehlern behaftet ist, wie das Navigationssystem im Tesla würde ich mich ihm auch nicht ohne eigene Mitarbeit anvertrauen. Zu letzterem ein aktuelles Beispiel, was mir letzte Woch auf dem Rückweg von Leipzig ereignete. Da soll ich doch für 479 km 13 Stunden und 20 Minuten unterwegs sein.

Ich könnte sehr viele solcher Beispiele aufzeigen, die ich in den letzten Monaten dokumentiert habe,  beim Navi kann ich aber ohne Probem damit leben. Beim Fahrerassistenzsystem könnte ich das auch. Einige Teslafahrer mit „Autopilot“ habe mir über gefahrvolle und merkwürdige Verhaltensweisen dieses Features berichtet und können gut damit umgehen und wollen, vor allem aus Sicherheitsgründen nicht darauf verzichten. Ich jedenfalls freue mich auf meinen nächsten Tesla, der diese Funktionalität beinhaltet, nach den Ankündigungen von letzter Woche ja sogar in Level 5 Qualität.

Ach ja, der Vollständigkeit halber hier noch das Schreiben des KBA, für alle, die Interesse daran haben und es nicht bekommen haben, weil sie keinen Tesla besitzen. Interessieren würde mich nur noch, ob jetzt jeder, der einen Tesla als Mietwagen ausleiht, das Schreiben auch vorgelegt bekommt und ob jeder der einen Tesla neu zuläßt ebenfalls sofort dieses Schreiben bekommt.

kraftfahrtbundesamt

Ist es jetzt Fürsorge, Häme oder ist es Neid?

Ungefähr an die 50 Mails habe ich in den letzten Tagen von Freunden und Bekannten erhalten. Alle weisen mich auf Artikel hin, die über den ersten tödlichen Unfall eines Tesla Fahrers berichten.

Und jeder der meine Leidenschaft als Tesla Fahrer kennt, hat mich natürlich sofort persönlich darauf angesprochen:

„Hast du mitbekommen, dass…“

Was sagt mir das?

1. Das Medieninteresse für Tesla ist nach wie sehr groß und insofern wird Tesla am Ende davon profitieren

2. Aus den Gesprächen merke ich sofort, die Menschen sind nicht mehr bereit, Meldungen kritisch zu hinterfragen sondern stürzen sich auf Schlagzeilen

3. Zu glauben, eine solche News mir gegenüber als erster mitzuteilen, zeugt von einer gewissen Naivität und davon, dass diese Menschen mich doch nicht so gut kennen, wie sie normalerweise verlauten lassen

4. Von keiner Seite kam dabei die Frage, ob die Gefahr auch für mich besteht

Nun ja:

An einem Fehler des Autopiloten kann es bei mir nicht liegen, wenn ich in einen Unfall verwickelt werde. Mein Tesla verfügt  (LEIDER!!) nicht über diese Funktionen, weil zu der Zeit als ich als einer der Early Addaptors auf Tesla umgestiegen bin, die Fahrzeuge noch nicht mit den notwendigen Sensoren ausgestattet wurden und leider auch nicht nachrüstbar sind.

Bei mir ist es dann eher das Gegenteil. Eine Unfallursache könnte allerhöchstens das Fehlen der neuen Technologie sein. Am Ende sind die Funktionen zum heutigen Entwicklungsstatus Fahrerassistenzsysteme und als solches Systeme, die die Sicherheit erhöhen und Unfälle vermeiden.

Genau in dieses Horn stößt auch der sehr gute und lesenswerte Artikel in der Vantiy Fair.

Auch in diesem bedauerlichen Fall war die Unfallursache am Ende menschliches Versagen, denn wer die Hinweise des Herstellers bewußt mißachtet und sich lieber auf das Schauen eines Videos während des Fahrens konzentriert…..