Ein sparsames Auto ?

Wie sparsam ist das Model 3?

Sonntag habe ich folgenden Versuch gemacht: Fahrt nach Heiligenhafen, ca. 65 km, davon 75 % Autobahn. Auf der Landstraße und Autobahn vmax= 90 km/h, innerorts 50 km/h.

Außentemperatur 9 Grad Celsius.

Fast Rückenwind mit 29 km/h aus WSW.

Auf der Hinfahrt betrug der Durchschnittsverbrauch 149 Wh/km, wobei die letzten 50 km sogar nur 137 Wh/km verbraucht wurden.

Im Langzeitversuch mit ca. 70% Autobahn (max 90 km/h) und innerorts 50km/h -60 km/h ergab sich jetzt über ca. 230 km ein Durchschnittsverbrauch von 165 Wh/km, also oberhalb der typical range, die der km Angabe im Display zu grunde liegt.

Bezieht man die Wetterbedingungen mit ein, besteht die realistische Chance im Frühjajr/Sommer bei sparsamer Fahrweise in die Nähe der typical range zu kommen.

 

Das Geisterauto oder „Das Knackfrosch Model 3“

Mein Tesla Model 3 entwickelt Eigenleben.

Letzten Freitag am Supercharger in Herzsprung höre ich auf einmal ein Geräusch aus Richtung der Bodenplatte des Fußraums an der Beifahrerseite, kurz danach dasselbe Geräusch unter dem Fußraum auf der Fahrerseite, dann noch einmal undefinierbar aus der Mitte des Fahrzeugs.

Erinnern tut mich das Geräusch zum einen an einen Knackfrosch mit dem wir in der Kindheit Lärm gemacht haben.

Bei Wikipedia steht dazu:

„Der Stahl ist so geprägt, dass er einen stabilen und einen metastabilen Zustand aufweist. Durch Krafteinwirkung wird er verbogen, bis er plötzlich durch Beulen den metastabilen Zustand durchläuft. Das plötzliche Umspringen an diesem Punkt erzeugt das laute namensgebende Knackgeräusch. Lässt die Kraft wieder nach, erfolgt das Zurückspringen, bei dem nochmals ein lautes Knacken erzeugt wird. Direkt am Ohr betätigt können Knackfiguren einen Schalldruckpegel von bis zu 135 dB erzeugen, was zu Gehörschäden führen kann.“

Zum Anderen erinnert es an ein Popp, so wie Popcorn das gerade aus Maiskörnern entsteht. Nun hoffe ich nicht, dass es genauso weitergeht wie bei Popcorn. Vielleicht ist das Geräsuch ja absichtlich eine Reminiszenz an den sehr sehenswerten Vortrag
Elektromobilität: Revolution der Automobilindustrie“ von Lars Thomsen, in dem er die Verbreitung der Elektromobilität modellhaft mit  der Popcornherstellung verglich, erst popp, dann popp popp, dann popp popp popp, dann ………….

Aber Spaß beiseite: es liegt wohl an der schnellen Wärmeausdehnung des Akkus während des Superchargerladens und an einem fehlenden Blech, dass vermutlich aus Kostengründen von Tesla gestrichen wurde. Im Moment ist das Geräusch auszuhalten, nicht zu vergleichen mit den 135 dB eines Knackfrosches am Ohr. Mal sehen, was Tesla dazu beim ersten Service Event sagt.

Aber noch ein Erlebnis hatte ich beim gleichen Ladevorgang. Es war draußen windig und knochentrocken. Und obwohl der Schweibenwischer auf Auto („Regen“Sensor) geschaltet war, fing der Scheibenwischer plötzlich vereinzelt an, die Scheibe zu wischen. (Vielleicht hat der Knackfrosch versucht auf diese Weise, den Rest der Feuchtigkeit vom vorherigen Regen in seine Umgebung zu bekommen, Frosche mögen ja bekanntlich keine Trockenheit).

 

Ich vermisse meinen Doppellader

Mein Model S hatte ich mit Doppellader konfiguriert und damit kann ich sowohl zu Hause als auch an öffentlichen Typ2 Ladepunkten, sofern angeboten, mit 22 kW laden. Bedeutet eine ca. 75% Ladung in ca. 3 Stunden, da kann man schon mal mit leerer Batterie bei einem Kundentermin ankommen und nach 2-3 Stunden fast mit voller Kraft zurück.

Leider bietet das Model 3 diese Möglichkeit nicht. Maximale Ladeleistung an einer Typ 2 Ladestation ist 11 kW, was ich am Freitag letzter Woche schmerzlich bemerkt habe, als ich einen meiner Kunden einen großen Engineering Dienstleister für die Automotive Industrie in Gifhorn besucht habe.

Dort ist man mit mehr als 10 Typ2 Ladesäulen mit jeweils 22kW auf Besucher vorbereitet.

Nach 2 Stunden Termin war dann aber leider nur ca. 25% der Batteriekapazität nachgeladen, statt wie mit dem Model S 50%. Schade!

Supercharger in Stockelsdorf

Am Samstag habe ich erstmals eine öffentliche CCS Ladestation genutzt und zwar die der Stadtwerke Stockelsdorf auf dem Parkplatz des dortigen Famila Marktes.

Die Ladeleistung bei einem Batteriestand von ca. 45% war mit 28 kW eher schwach, ich hatte mir von CCS mehr erwartet.

Warum nun die Aussage „Supercharger“ in Stockelsdorf. Ganz einfach am Ende des Ladevorgangs meldet sich mein Smartphone mit der Meldung, dass das „Supercharging“ abgeschlossen ist und ab sofort Blockiergebühren anfallen. Da hat Tesla die CCS Integration noch nicht zu Ende gedacht. Nicht jede CCS Station ist ein Supercharger.

Tempobegrenzung

Ich hatte mich gestern gefragt, warum der Beschleunigungsmodus auf „Lässig“ eingestellt war und nicht änderbar. Heute auf der Autobahn kam dann des Rätsels Lösung:

Es gibt im Tesla Model 3 eine Funktion Tempobegrenzung. Diese kann eingestellt werden und durch eine PIN geschützt werden. Die Geschwindigkeit kann dabei zwischen 80 km/h und 145 km/h eingestellt werden.

Ich hatte dieser aber nicht bewußt eingestellt. Warum auch immer hat das Auto sich selbst 137 km/h als Begrenzung gesucht.

Beim Versuch die Entsperrung vorzunehmen (geht nur im Park Modus) wurde ich dann aufgefordert den PIN einzugeben, da dieser nicht von mir vergeben wurde kannte ich diesen natürlich nicht. Aber zum Glück kann über Eingabe der Credentials zum Tesla Account die Freischaltung erfolgen.

Parallel zur Einstellung der Tempobegrenzung wird auch die Beschleunigung begrenzt (Modus „Lässig“ statt „Standard“)

Vorteil: Wenn man das Auto verleiht kann damit sowohl Höchstgeschwindigkeit als auch die Beschleunigung begrenz twerden.

Lässig

Auf einmal sehe ich gestern mittag über der Geschwindigkeitsanzeige das Wort

LÄSSIG

stehen. Das stand zumindest die ersten Tage nicht da. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo etwas entsprechendes eingestellt zu haben und fange an zu forschen.

Im Benutzerhandbuch finde ich dazu folgendes:

„Beschleunigung: Stellen Sie die Intensität der Beschleunigung ein. Lässig begrenzt die Beschleunigung für eine etwas sanftere und komfortablere Fahrt, während Standard die normale Beschleunigung liefert.“

Ich finde den Menupunkt im Menu „Fahren“, kann aber nichts umstellen. Ok, geht wahrscheinlich nicht während der Fahrt. Also der nächste Versuch im „Parken“ Modus. Immer noch nichts.

Jetzt eben habe ich das noch einmal fotografiert:

Auch jetzt lässt es sich nicht verstellen. Im gesamten Benutzerhandbuch kann ich keinen Hinweis dazu finden. Ich habe eine Vermutung, die sich morgen überprüfen lässt.

Ggf. schaltet das Model 3 bei Kälte bzw. kalter Batterie automatisch auf diesen Modus. Dann würde das morgen, bei längerer Fahrt und warmer Batterie wieder anders aussehen.

Nachtrag 16.03.19

Auch bei der längeren Fahrt am Folgetag blieb es bei der Einstellung, bis ich auf der Autobahn dann merkte, dass die Tempobegrenzung eingestellt war. Nachdem ich diese aufgehoben habe, war auch die Beschleunigungseinstellung wieder auf Standard.

 

 

 

Ladeanschluss entriegeln ohne Smart Phone

Was kann passieren:

Das Fahrzeug befindet sich im Ladevorgang an einer „Nicht Tesla“ Ladestation. D.h. die Taste auf dem Stecker zum Beenden des Ladevorgangs steht nicht zur Verfügung.

Ein Smartphone steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Oder das Smartphone hat einfach mal wieder das Model 3 aus der App geschmissen.

Die Schlüsselkarte hilft hier nicht weiter, mit dieser kann der Ladeanschluss nicht entriegelt werden

Laut Benutzerhandbuch kann auf dem Touchscreen der Ladevorgang beendet werden. Das stimmt zwar, aber der Anschluss entriegelt nicht. Der Button wechselt von „Ladevorgang stoppen“ zu „Ladevorgang starten“. Und das geht dann immer  hin und her.

Der Button wechselt erst auf die Funktion „Ladeanschluss entriegeln“, wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist. Nun kann man nicht immer warten bis dieses geschehen ist.

Möglichkeit 1: (laut Benutzerhandbuch)

Manuelles Entriegeln über ein Kabel im Kofferraum:

Keine wirkliche Alternative, wo doch selbst Tesla empfiehlt, das nur in Ausnahmefällen zu machen.

 

 

Möglichkeit 2: (ein Workaround)

Verändern des Limits für die Batterieladung auf dem Touchscreen. Dann springt der Button auf entriegeln.

Möglichkeit 3: (meine Empfehlung)

Nutzung des Schlüssels (Key Fob), den man als Zubehör bestellen kann.

 

Warum beim Model 3 trotz Smartphone und Karte ein Schlüssel sinnvoll ist

Man kann mich konservativ nennen, oder einfach praktisch.

Zum einen bin ich es vom Model S gewohnt, den Schlüssel dabei zu haben, zum anderen bietet er unschlagbar komfortable Funktionen, die auch dann fuktionieren, wenn man wegen der Kälte seine Smartphone nicht herausfummeln will und zur Bedienung auch noch die Handschuhe ausziehen muss (letzteres gilt natürlich nicht in Kalifornien). Und natürlich auch, wenn das Smartphone mal wieder leer telefoniert ist (übrigens auch das bei Kälte typischerweise schneller).  Und dann natürlich unabdingbar, wenn das Model 3 einfach aus dem Smartphone verschwindet.

Der Schlüssel hat drei
Tasten, deren Oberfläche sich weicher anfühlt.
1. Vorderer Kofferraum – Klicken Sie zweimal
hintereinander auf diese Stelle, um den
vorderen Kofferraum zu öffnen.
2. Alle verriegeln/entriegeln – Klicken Sie
einmal auf diese Stelle, um die Türen und
Kofferräume zu verriegeln. (Hierfür
müssen alle Türen und Kofferräume
geschlossen sein.) Doppelklicken Sie auf
diese Stelle, um die Türen und
Kofferräume zu entriegeln.
3. Kofferraum – Doppelklicken Sie auf diese
Stelle, um den hinteren Kofferraum zu
öffnen. Halten Sie die Taste ein bis zwei
Sekunden lang gedrückt, um die Klappe
am Ladeanschluss zu öffnen.

Und nun? Mein Model 3 ist weg…

… zumindest aus der App auf dem Smart Phone.

Was ist passiert? Ich weiß es nicht.

Aber was ich weiß ist folgendes: Die an sich sehr tolle Funktion, dass das Fahrzeug sich über eine Bluetooth Verbindung mit dem Smartphone automatisch á la Key Less Go öffnen und starten lässt ist nur so lange toll, solange ich mich nicht darauf verlasse.

zum Glück habe ich in diesem Moment noch meine Schlüsselkarte dabei und kann mit dieser das fahrzeug öffnen und starten.

Übrigens: nach ca. 4 Stunden war das Fahrzeug nach Neuanmeldung in der App wieder da.

Somit mein Tipp an alle Tesla Fahrer: Entweder nie ohne Schlüsselkarte zusätzlich unterwegs sein oder noch zusätzlich den Key Fob bestellen.

In deutcshalnd gibt es noch keinen Online Shop also habe ich den Key Fob über das Service Center bestellt, Lieferzeit ca. 2-4 Wochen.

Auf der amerikansichen Seite steht dazu:

„The Model 3 Key Fob – shaped like a miniature version of your Model 3 – offers an alternate way to access your car. It is ideal for owners who don’t use the Phone Key feature on their smartphone.“

Ich würde den letzten Satz gerne umformulieren.

It is ideal for all owners, because the necessary reliabilty for the functionality of the Phone Key feature can not be guaranteed.

 

Batteriekapazität des Tesla Model 3

Laut Tesla hat mein Model 3 eine Kapazität von 78 kWh.

Bereits bei meinem Model S habe ich beschrieben, dass die Nennkapazität der Batterie nicht der nutzbaren Kapazität entspricht.

Wie groß ist nun die nutzbare Kapazität der Batterie? Annäherungsweise kann diese über die Reichweitenangabe bei Volladung ermittelt werden.

Volladung heißt bei mir im Moment 490 km, aus dem TFF Forum habe ich auch entnommen, dass einigeTesla Model 3 Fahrer 499 km angezeigt bekommen. Wie passt das zu der angegeben WLTP Reichweite von 560 km?

In der angezeigten Reichweite wird die sogenannte typical range angegeben, die rated range (WLTP) wird im Model 3 im Vergleich zum Model S (dort NEFZ) nicht angezeigt.

Der typical range wird ein Verbrauch von 156Wh/km zugrunde gelegt, der unter idealen Bedingungen (Wind, Außentemperatur, Heizung/Klima aus) sicherlich erreicht werden kann.

Wie ist denn jetzt die Kapazität. Zum Zeitpunkt der Vollladung zeigt die Reichweite meines Model 3 folgende Werte an:

477 km Reichweite bei einem Durchschnitts-verbrauch die letzten 10 km vom 157 Wh/km.

Und 423 km Reichweite bei einem Durchschnitts-verbrauch von 177 Wh/km.

Multipliziert man die Werte jeweils, ergibt sich eine Batteriekapazität von 74,9 kWh.

Im TFF Forum habe ich gelesen, dass noch niemand mehr als 72 kWh Kapazität im Echtbetrieb gemessen hat.

Meine Erfahrungen beim Model S haben mir gezeigt, dass dieser Wert mit zunehmender Strecke im Laufe einer Fahrt abnimmt. Ganz folgend dem 1. Gossenschen Gesetz: „Die Größe eines und desselben Genusses nimmt, wenn wir mit Bereitung des Genusses ununterbrochen fortfahren, fortwährend ab, bis zuletzt Sättigung eintritt.“

In diesem Sinne werde ich den gleichen Versuch wie mit dem Model S auch mit meinem Model 3 machen und dann ermitteln, was die tatsächliche Reichweite und Batteriekapazität ist.