Gestern in München – So kann man Interessenten E-Mobility vermiesen

Der Tag in München gestern ging schon nicht so gut los. Auf der Suche nach einer der wenigen Ladesäulen der SWM, bei denen ein Laden ohne Ladekarte der SWM (die ich ja leider nicht bekomme) bzw. des Verbundes Ladenetz (die ich ja auch leider nicht bekomme) möglich ist, war die Ladesäule vor dem Gebäude Knorrstraße 70 leider nicht zu finden. (Dieses war die einzige einigermassen akzeptable Ladesäule in der Nähe des Termins mit meinem Kooperationspartner Konsultwerk.)

Ich will ja nicht mehr fürs Taxi ausgeben, als das was ich durch die verringerten Kosten meines Tesla Model S einspare.

Nach zwei weiteren Terminen im Lauf des Tages und rechtzeitig vor dem Nächsten steuerte ich dann eine der wenigen Säulen der RWE im Stadtgebiet an: Hansastraße 19

Das ist die Hauptverwaltung des ADAC und direkt vor dem Gebäude hinter einer Schranke, die über den Empfang geöffnet werden kann, liegt die RWE Ladesäule.

Die RWE App hatte mir vorher schon signalisiert, dass einer der beiden Ladepunkte belegt ist, der andere sollte frei sein.

Tatsächlich stand dort ein Tesla Model S (nicht angeschlossen) umgeben von einer Menschentraube, denen das Auto in allen Funktionen erklärt wurde.

Scheinbar eine Verkaufsveranstaltung von Tesla.

War natürlich toll, dass in diesem Moment ein weiterer Tesla mit norddeutschem Kennzeichen anrollte (dokumentiert die Reichweite), also räumten die Mitarbeiter von Tesla sofort den Ladepunkt für mich.

Ich startete das übliche Prozeder bei RWE: Anmelden der Säule und des Ladevorgangs über die App mit meiner Vertragsnummer, Einstecken der Kabel zuerst in die Säule und dann in das Fahrzeug und:

„Laden nicht möglich.“

Gut denke ich mir, kann ja sein, dass die Ladesäule nicht über das e-Roaming funktioniert sondern vom Empfang  des ADAC freigeschaltet werden muss. Ich also wieder rein.

Ic h spare mir die Einzelheiten: Wir haben alle möglichen Varianten getestet,mit der RWE Hotline telefoniert und dann frustriert aufgegeben. Am Ende war die Säule nicht per Kommunikation erreichbar. Und ohne Freischaltung  egal auf welchem Weg, gibt es keinen Strom.

Aber was haben die Tesla Interessenten draussen wahrgenommen: einen zunehmend nervöseren Tesla Fahrer, der mehrfach zwischen Empfang und Auto hin und her gelaufen ist, dabei mehrfach das Ladekabel ein- und ausgesteckt hat und dann schlußendlich frustiert das Gelände verlässt.

Ich habe zumindest vor dem Wegfahren noch kurz die Info an die Gruppe der Interessenten gegeben, das es sich nicht um ein Tesla Problem sondern um eines der RWE handelt. Aber selbst wenn es Tesla nicht schadet, ein solches Beispiel schadet der Akzeptanz der E-Moblilität im Generellen.

Wenn schon in der Anfangsphase der E-Mobilität Einschränkungen aufgrund mangelnder Anzahl von Ladesäulen oder zugeparkten Ladesäulen in Kauf genommen werden müssen, sollte zumindest sichergestellt sein, dass diese funktionieren.

Das die Probleme nicht mit Tesla assoziiert wurden, kann einem Kommentar eines der Tesla Interessen entnommen werden:

“ Kein Wunder, der ADAC kriegt im Moment einiges nicht auf die Reihe“

Merke:

Eine Säule, die nicht lädt,
sorgt dafür, dass nichts mehr geht

oder auch:

Ein Auto das nicht fährt,
ist überhaupt nichts wert.

Der Mitarbeiter von Tesla hat zumindest für mich die Situation noch gerettet. Er rief sofort im Showroom in der Blumenstraße 17 am Viktualienmarkt an und fragte an, ob ich dort laden könne und schickte mich nach der Zusage sofort dorthin.

Dort wurde ich sehr zuvorkommend und freundlich aufgenommen und konnte mein Auto da lassen und kostenlos für meinen Trip nach Garmisch aufladen.

Die Einsparungen habe ich dann anschließend dem Münchner Taxigewerbe als zusätzliche unerwartete Einnahmequelle zur Verfügung gestellt.

Und auf der Rückfahrt von meinem Termin habe ich dann den Taxifahrer davon überzeugen können, dass sich für ihn ein Tesla als Taxi voll rechnen würde. (Dessen Tagesleistung im Taxi liegt zwischen 200 und 300 km – kein Problem für das Tesla Model S). Er wollte sofort mit einem Verkäufer sprechen als wir zurückkamen, leider hatten die aber schon Feierabend. Ich hoffe für die Vertriebler von Tesla, dass er den Besuch nachholt.

 

 

Eine halbe Nacht auf der Autobahn

Ich hatte das so gut geplant, aber 🙁

In München ist diese Tage Messe, deshalb war es mir nicht gelungen in München  ein Zimmer in einem Hotel das Lademöglichkeiten für mein Tesla Model S bietet, zu finden und das zu akzeptablen Preisen.

Ich hatte ein Angebot vom ParkInn in München, dieses fiel aber preislich aus dem Rahmen, den ich mir gesetzt hatte, schließlich ging es nur darum, für 8 Stunden ein Bett, eine Dusche und ein Frühstück am nächsten Morgen zu bekommen.

Immerhin: die ParkInn Hotels haben begriffen, dass Elektromobilisten Kunden sind, die sich im Zweifelsfalle immer für ein Hotel mit Lademöglichkeit entscheiden. Aber zu Messezeiten gelten wie immer andere Regeln.

Also einfache Überlegung: Außerhalb Münchens übernachten, das ganze vielleicht noch mit einem Glas Wein mit einem guten Kollegen am Abend verbinden.

So fiel die Wahl auf Gröbenzell, direkt an der A8 ca. 30 km vom Münchener Zentrum entfernt. Dort fand ich mit dem Hotel da Vinci eine Unterkunft zu akzeptablen Preisen. Ausgesprochen nett war die Kommunikation mit dem Hotel da Vinci als es um die Reservierung ging, weil selbst im Münchener Westen noch die Auswirkungen der Messe zu spüren waren.

So fiel die Wahl auf Gröbenzell, direkt an der A8 ca. 30 km vom Münchener Zentrum entfernt. Dort fand ich mit dem Hotel da Vinci eine Unterkunft zu akzeptablen Preisen. Ausgesprochen nett war die Kommunikation mit dem Hotel da Vinci als es um die Reservierung ging, weil selbst im Münchener Westen noch die Auswirkungen der Messe zu spüren waren.

Dazu hatte ich bei Going Electric auch herausgefunden, dass es in Gröbenzell vom lokalen Betreiber KommEnergie eine Ladesäule gibt (allerdings ca. 1,3 km vom Hotel entfernt).

Bild1

Aber auch dieses ist eine RFID geschützte Säule, d.h. nur mit einer Ladekarte kann man diese nutzen. Ich hab also am Montag bei KommEnergie angerufen und gefragt wie ich kurzfristig eine Ladekarte bekommen kann. Und ich muss schon sagen:

SPITZEN Kundenorientierung bei KommEnergie.

Nicht nur, dass mir die Karte kostenlos überlassen werden sollte, eine Auszubildende war sogar so nett und hat mir diese ins Hotel gebracht, so dass ich abends nach Ankunft schnell mein Auto zur Ladesäule gebracht hätte und dann dort von meinem Kollegen abgeholt worden wäre, um den Abend noch gemeinsam zu geniessen.

Ich hatte mir ausgerechnet, dass ich vom Supercharger in Bad Rappenau ohne Halt in Jettingen-Scheppach durchfahren könnte und dafür dann die Nacht zum Laden nutzen wollte (bei  der 11 KW Säule dauert das Laden dann ja schon mal 8 Stunden)

Aber es kam anders:

6 km vor der Ausfahrt Burgau überholten mich plötzlich zwei Fahrzeuge mit Blaulicht und ca. 1 km weiter stand der Verkehr. In Sichtweite sah man Blaulichter und mehr nicht.

Und aus dem Stehen wurden dann geschlagene dreieinhalb Stunden. Die Autobahn war wegen eines schweren Unfalls in beide Richtungen gesperrt, es ging nicht vor und nicht zurück.

Zum Glück war mein Auto noch im ausreichenden Ladezustand, so dass ich mich beruhigt der Bearbeitung meiner E-Mails und einiger Telefonate widmen konnte. Und naürlich der Absage/Verschiebung des gemeinsamem Termins mit dem Kollegen.

Wenn mir das am Vormittag in Wilnsdorf passiert wäre,

wilnsdorf1103hätte es nicht so gut ausgesehen, dort hatte ich den Supercharger mit einer Restkapazität von 2 km erreicht.

Als es nun nachts auf der A8 endlich weiterging, wurde des dann aber knapp mit der Kapazität, bis Gröbenzell hätte es keinen Spass gemacht, außerdem wäre die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Ladesäule in Gröbenzell zu stark  gewesen.

Somit bin ich in Burgau raus auf den Autohof Jettingen-Scheppach und habe den dortigen Supercharger für eine Volladung genutzt.

Als ich dann anschließend ins Hotel kam, lag dort meine Ladekarte (das war mir sogar nachmittags noch einmal extra vom Hotel telefonisch bestätigt worden),KommEnergie ich also schnell hin zu Ladesäule in der Industriestraße 31 und zumindest ausgetestet, ob alles gegangen wäre. Ich habe schnell bei meinem Tesla Model S noch 4 KW nachgeladen und bin dann zurück zu Hotel.

Inzwischen war es 2.00 nachts und ich freute mich auf mein Bett.

Bis um 7.00 Uhr!!!

Ich weiß nicht, was in die Gröbenzeller Kichengemeinde gefahren ist, pünktlich um 07.00 läuteten die Kirchenglocken als wenn Katastrophenalarm wäre, gefühlte 5 Minuten. Und dummerweise direkt vor meinem Hotelfenster. So war es natürlich schnell vorbei mit der Nachtruhe. (Die Dame an der Rezeption bestätigte mir, dass das jeden Tag genau um 07.00 Uhr und nur um 07.00 Uhr passiert, außer Sonntags, da um 08.00 Uhr.)
Merke: Ein Zimmer in einem Hotel mit der Adresse „Kirchenstrasse“ zu mieten birgt eine gewisse Gefahr für die ungestörte Nachtruhe.

Nach einem kurzen Frühstück ging es dann zur KommEnergie in das Kundenzentrum in Eichenau um die Ladekarte zurückzugeben und mich für den Service zu bedanken. Ein kurzer Plausch mit Mitarbeitern zeigte mir, dass der Betreiber offen für Elektromobilität ist und bei sinkenden Preisen für Ladesäulen auch weiter investieren wird. Die Frage, warum man keinem Verbund wie z.B. Ladenetz oder RWE e-Roaming beigetreten ist wurde bei ersteren mit den hohen Kosten und bei letzteren mit dem Ungleichgewicht zwischen dem Riesen RWE und dem kleinen kommunalen Betreiber begründet. Immerhin hat die KommEnergie ein Elektrofahrzeug, dass sie regelmäßig auch an Kunden verleiht.

Und anschliessend ab nach München, doch zu den Erfahrungen dort in nächsten Beitrag mehr.

 

 

 

 

 

 

 

Strom tanken in München?

Auf der Durchreise zu einem Coaching-Termin in Garmisch diese Woche werde ich einen Tag in München halt machen und diverse Kundengespräche führen.

Aber München ist für Nicht-Münchener ladetechnisch suboptimal. Zwar bieten die Stadtwerke München insgesamt 21 Ladesäulen in München an

Aber bei den Säulen 1-16 benötigt man eine Ladekarte der Stadtwerke München oder eines anderen Stadtwerkes aus dem Ladenetz-Verbund. Dieses ist ein Verbund von Stadtwerken, die ihren Kunden (aber nur denen) gegenseitig Zugang bieten.